Für eine Woche bin ich als Volontär bei der lieben Marlou zu Besuch auf ihrem Gnadenhof. Meine hier gesammelten Erlebnisse möchte ich anhand eines Tagebuches auf ihrer Seite zusammenfassen.

Heute begann unser Tag mit der Fahrt zur Tötungsstation in Kaposvar. Hier sollten wir eine blinde Sharpei-Hündin begutachten die nach einer heftigen Beißattacke in einem Rudel starke Aggressionen in Bezug auf Menschen und Artgenossen zeigte und sollten herausfinden ob sie überhaupt noch vermittelbar ist. Die Aussage der Tierheimleiterin war das die Hündin weder vor der Beißattacke noch danach verträglich mit anderen Hunden sei und auch Menschen gegenüber Aggressionen zeigte. Dort fanden wir Gott sei Dank eine mit Hunden verträgliche und menschenfreundliche Hündin vor, die Alternative wäre schlimm gewesen.

Anschließend haben wir uns auf den Weg nach Dombovar gemacht um von einem dort ansässigen "Züchter" 2 Hündinnen rauszuholen. Marlou hat von diesem "Züchter" bereits einige Hunde befreien können und berichtete mir bereits im Vorfeld von diesen Personen. 
Aber was sich ich dort erlebte werde ich mit Sicherheit nie wieder vergessen - diese Bilder haben sich eingebrannt. Wir kamen an ein Einzelhaus mit schönem gepflegten Vorgarten und wurden sehr freundlich von der Frau des Hauses empfangen. Sie informierte ihren Mann das er uns zu den Hunden bringen solle. Dort angekommen verfielen die kleinen in komplette Panik als er sich ihnen näherte. Er packte die erste (feles) und sie fing sofort an zu pinkeln und zu koten. Ein weiterer Hund hat sich übergeben müssen. Dann haben wir die zweite (Maja) in die Box übergeben bekommen, beide hatten nichts als Flucht im Sinn. Marlou hat wirklich Hochachtung verdient, sie hat oft mit solchen Menschen zu tun und muss mit ihnen immer freundlich umgehen, damit diese kooperativ bleiben - mir wäre schon längst der Kragen geplatzt. Zumindest diesen "Züchter" konnte sie von der Zuchtaufgabe überzeugen. Ich kann nur an jeden appellieren sich nie, nie, nie, nie einen Billigwelpen zu kaufen. Diese Bedingungen wie die Tiere gehalten werden sind grausam und zerstören über kurz oder lang jede Hundeseele.

Als wir dann zurück auf den Gnadenhof waren, haben wir die beiden zu Brigi und Szornyella in den Auslauf gebracht. Dafür das die beiden ein offensichtliches Martyrium erlebt haben, haben sie sich von uns trotzdem berühren lassen und zeigten zwar Angst aber auch Neugier. Ich hoffe für beide das sie einen verständnisvollen Adoptanten mit viel Zeit und Liebe finden. Sie haben es mehr als verdient.

Danach ging es weiter mit der Spendenzuteilung auf 2 weitere Tierschutzprojekte von Marlou. Das klingt zwar easy aber ist starke körperliche Arbeit und hat den gesamten Nachmittag beansprucht (mir tut alles weh und ich fühle mich wie 80 - ich frage mich wie sie die Arbeit sonst, trotz ihres Autounfalls, alleine bewältigt).

Nachdem wir auch das erledigt hatten, wurden alle noch einmal versorgt und wir haben uns zu den Neuankömmlingen gesetzt. Maja ließ sich dann bereits ausgiebig von mir streicheln lassen - sie taut zum Glück schnell auf!

Für heute soll's auch gewesen sein. Ich bin schon auf den morgigen Tag gespannt!


   


                                                       




Ein Neuer Tag

Das was Marlou hier täglich leistet verdient höchste Anerkennung, sie steht 365 Tage im Jahr für die Tiere im Gnadenhof ein und unterstützt zudem noch weitere Projekte. Dies ist natürlich auch nur mit eurer Hilfe möglich! Ihr alle habt einen Anteil daran das sie diese Arbeit leisten kann - ohne euch wäre das auch nicht umsetzbar. Also auch ein dickes DANKESCHÖN an alle Unterstützer! 

Zum heutigen Tag gibt es gar nicht so viel zu sagen, wir haben uns der Hofreinigung gewidmet; dazu gehören alle Nämpfe säubern, den Auslauf der Nager und Hühner zu kehren sowie das tägliche Koteinsammeln. 
Weiterhin habe ich mich nachmittags wieder zu den Chihuahuas gesellt. Die beiden Hündinnen die wir gestern befreit haben, machen ganz unterschiedliche Fortschritte. Feles lässt zwar Berührungen zu aber fühlt sich total unwohl in Menschennähe - nach der gestrigen Reaktion eigentlich auch nicht verwunderlich, sie erwartet vermutlich schreckliches. Maja hingegen kommt schon von selbst an und leckt an den Fingern - sie trampelt vorher immer ganz freudig mit ihren beiden Vorderfüßen und würde sich gerne mehr trauen aber die Angst ist noch zu groß - das wird! Ihre Entwicklung ist toll und freut mich wahnsinnig (erinnert mich an meinen Zwerg, bei ihm konnte ich auch zugucken und erfreue mich heute noch daran)

Morgen liegt wieder eine große Tour vor uns (Tierheim Szeged und Rumänien) 
In Szeged geben wir die Spenden ab und machen neue Fotos von den neuen Hunden, übernachten anschließend in der Nähe und fahren am nächsten morgen weiter. In Rumänien geben wir dann auch die gesammelten Spenden ab und holen dann auch endlich die Welpen zu uns in den Gnadenhof.

Da dies morgen ein langer Tag wird, werde ich voraussichtlich auch nichts posten können, aber spätestens wenn wir Montag Abend zurück sind, schicke ich die nächste Zusammenfassung.
Bis dahin alles Liebe